In den nachfolgenden Kapiteln soll ein kleiner Einblick gegeben werden, was die einzelnen äußeren Zeichen einer Verbindung für eine Bedeutung besitzen und woher sie kommen.
Die folgenden Ausführungen sind sowohl unserem Comment, sowie einem Regelwerk von 1912 entnommen!
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Das wichtigste äußere Zeichen der Korporation sind die Farben. Sie sind das älteste studentische Symbol. Farben sind z.B. schon 1514 in Leipzig für die verschiedenen Nationen bekannt. Die Farben wurden dann als Schärpen, Uhrzipfel und Kokarden (ein rundes Abzeichen) auf Mützen, Stiefeln usw. geführt. Ursprünglich nur zweifarbig (wie heute noch bei den ältesten Corps), bürgerte sich erst nach der französischen Revolution das "Dreifarb" ein. Wesentlich ist der Bedeutungswandel des Bandes vom Erkennungszeichen für Angehörige der gleichen Nationalität zum Zeichen eines Freundesbundes. Das heute übliche Brustband setzt sich allgemein ab 1830 durch; sein frühester Nachweis ist aber ein Göttinger Stammbuchblatt von 1800. |
Erst in späterer Zeit wurde in Fuchsen- und Burschenband unterschieden. So sind auch bei uns zwei unterschiedliche Bänder vertreten, das grün-weiße Fuchsenband und das grün-weiß-goldene Burschenband. Zusätzlich wurden Farbbänder der jeweiligen studentischen Dachorganisation eingeführt, die meist nur von der Vorstandschaft getragen werden.
Die Orden, die eine frühe und sehr alte Form der Korporationen darstellen, führten noch keine Wappen, sondern als besonderes Zeichen die ineinander verschlungenen Anfangsbuchstaben des jeweiligen Wahlspruches, manchmal auch einigen zusätzlichen Symbolen. Als diese Buchstaben dann in einem Zug geschrieben wurden, entstand daraus der Zirkel. Oftmals sind noch heute die drei Anfangsbuchstaben von Vivat-crescat-floreat (lebe-wachse-blühe) erkennbar. Das "V" von vivat entwickelte sich Anfang des 19. Jahrhunderts zum sogenannten "Heidelberger Schlung". Viele Verbindungen führen heutzutage den (die) Anfangsbuchstaben der Korporation im Zirkel. Zwei der erwähnten Symbole sollen ebenfalls erläutert werden. Wenn in der linken Schleife des "Heidelberger Schlungs" eine zusätzliche Schlinge zu finden ist, so handelt - oder handelte - es sich um schlagende Korporationen. Die Schleife vor unserem "H" im Zirkel zeigt, dass wir eine freischlagende Korporation sind, dass es also jedem unserer Mitglieder freisteht, ob er Mensur schlagen will oder nicht. Man bezeichnet dies auch als "fakultativ schlagend".
Fast alle Verbindungen führen auch ein Wappen, das meist den Zirkel, die Farben und oft Bestandteile von Stadt- und Landeswappen als Hinweis auf den Sitz der Korporation enthält. Diese Verbindungswappen entstanden um 1810. Sie finden sich zunächst aber nur selten in Stammbüchern oder auf Schriftstücken. Erst später hielten sie Einzug auf den Fahnen der Verbindungen, die vorher nur in den Verbindungsfarben gehalten waren.
Die Farben der Verbindung findet man aber nicht nur auf den Bändern oder Fahnen, sondern u. a. auch an der Mützenperkussion, dem Rand der Mütze. Die Mützenfarbe ist vielfach eine der drei Verbindungsfarben und wird als Deckfarbe bezeichnet.
Ingenieur-Verbindung HILDBURGIA e.V. Coburg