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Grundlagen studentischen Brauchtums - Teil 3


3. Zipfel

Der Zipfel, teilweise heute noch auch Zipf genannt, ist eine Weiterentwicklung des ehemaligen Uhrenbandes, das in den Farben der Korporation gehalten war. Die Zipfel als solche werden an der rechten Seite des Hosenbundes getragen und setzen eine coleurgerechte Bekleidung voraus.

ein Zipfelbund

Der Bierzipfel wird meist nur innerhalb der Bierverwandschaft, der sogenannten Bierfamilie, bei besonderen Anlässen verschenkt (z. B. Leibbursch an Leibfuchs). Der Bierzipf darf nur einmal verliehen werden und stellt die Grundlage für einen Zipfelbund dar, wird also als erstes getauscht. Das Gegengeschenk des Leibfuchses ist der Weinzipfel.

Der Weinzipfel ist dem Bierzipfel ähnlich, nur schmäler und zwar in der Breite des Weinbandes. Er wird zwischen Burschen getauscht als Zeichen der Freundschaft, der Gemeinsamkeit, der Zusammengehörigkeit.

Sonderformen des Weinzipfels sind der Schuberzipf und der Zweibänderzipf. Der Schuberzipf ist ein Weinzipfel mit mehreren Schiebern. Er kann als sogenannter Chargenzipfel mit jeweils 3 Spangen, den Schiebern, ausgebildet sein. Er stellt die Erinnerung an die gemeinsame Tätigkeit als Chargen dar.

Ebenso kann der Schuberzipf ein Zusammenziehen der Zipfel mehrerer Farben-, Verbands- oder Bundesbrüder zu jeweils einem Zipfel darstellen. In diesem Fall werden keine Zipfel, sondern Schieber getauscht, das Weinband ist entsprechend länger ausgeführt.

Der Zweibänderzipf ist der offizielle Zipfel zwischen Farben und Verbandsbrüdern. Zwischen Verbandsbrüdern trägt das Unterband die Farben der jeweiligen Dachorganisation. Bei Farbenbrüdern ist das Unterband schwarz. Die sogenannten Deckfarben des Zipfels werden in den jeweiligen Verbindungsfarben gehalten. Früher bestand der Zweibänderzipf aus den Farben der schendkenden Korporation (das Deckband) und als Unterband aus den Farben der beschenkten Verbindung.

Der Sektzipfel ist schmäler als der Weinzipfel. Er wird meist an Damen vergeben. Entgegen den üblichen Beschlags- und Schiebermaterialien, sei es Silber oder Gold-Double, bestehen sie beim Sektzipfel aus Gold. Sie sind als absolute Ehrenzeichen zu verstehen und dürfen nur nach Rücksprache bei der verleihenden Korporation getauscht werden. In der heutigen Zeit ist es üblich, dass ein Bursche seiner Verlobten einen Sektzipfel verehrt, um die Verlobung auch innerhalb der Korporation allgemeingültig werden zu lassen.

4. Das Band

Das Band wird unter der Jacke über die rechte Schulter nach links getragen. Geistliche im Habit tragen es über diesem. Zur Wichs wird in manchen Verbindungen nur die Schärpe allein getragen (wohl aber die andersfarbigen Burschenbänder als Querbänder). Der Fuchsmajor trägt zum Burschenband auch das Fuchsenband kreuzweise, also über die linke Schulter. In gleicher Art trägt der Senior die Burschenbänder der Verbindungen, mit denen ein Bändertausch vorgenommen wurde.

Ehrenbänder können bei feierlichen Anlässen neben dem Burschenband getragen werden. Dabei ist es so, dass das Band der Urkorporation zuoberst getragen wird, die weiteren Bänder folgen in der chronologischen Reihenfolge ihrer Erwerbung bzw. Verleihung.

Das Band bleibt über dem Jackett während einer Jubelbandverleihung, Burschung oder Rezeption.

Das Fuchsenband ist in der Regel zweifarbig, das Gold fällt in der Regel aus.

Das Burschenband: es ist meist dreifarbig. In vielen Korporationen bleibt das mit dem Wahlspruch bestickte Band nicht nur dem Senior, also dem Vorsitzenden vorbehalten, sondern darf von jedem aktiven Burschen getragen werden. In manchen Verbindungen schmückt man die Bänder auch mit dem Kneipnamen ihrer Träger.

Das Weinband: es ist ebenso wie das Burschenband dreifarbig, jedoch schmäler (etwa halbe Breite des Burschenbandes). Es wird zum Smoking horizontal über die Brust getragen.

Das Weinband wird auch an ernannte Coleurdamen verliehen, das dann von diesen, ebenso wie das Burschenband, von rechts oben nach links unten getragen wird.

Das Sektband: es ist ein wesentlich schmäleres Band als das Burschenband und wird zum Frack getragen.Das breite Ehrenband: aufgrund besonderer Verdienste wird den dazu auserwählten Altherren, das Ehrenband verliehen. Dies ist ein Dankesband und wird oft dementsprechend breiter gehalten. Anstelle des Ehrenbandes können auch Ehrenschieber auf dem Burschenband getragen werden.

Die Schärpe: Sie ist ein breites Seidenband in den Verbindungsfarben. Sie wurde ursprünglich anstatt des Burschenbandes getragen und so wird sie auch heute noch bei einigen Verbindungen ohne zusätzliches Burschenband der eigenen Korporation zum Flaus (der Wichs) getragen.

5. Abzeichen

Korporationsabzeichen: Es wird als Biernadel, Farbennadel, Bierlaus oder Floh bezeichnet. Dieses Abzeichen soll von jedem Korporierten ausserhalb der Schule als Zeichen des Bekenntnisses zu den Prinzipien der Verbindung getragen werden.

Leistungsabzeichen: von manchen Verbindungen und Verbänden wird dieses Abzeichen aufgrund besonderer Verdienste verliehen, z.B. Ehrenschild, Chargenabzeichen usw. Dazu gehören auch die Ehrennadeln, die meistens nur bei Verbindungsveranstaltungen zu den Bändern getragen werden.

Das Verbandsabzeichen: Dieses soll von jedem Coleurstudenten getragen werden.

Ehrenring: Manche Verbände verleihen an besonders verdiente Angehörige den Ehrenring (Ehrenring der Aktivitas, der Landesverbände, ... ). In verschiedenen Verbindungen wird der sogenannte Philisterring der Korporation verliehen, das ist, wenn ein Aktiver die Brandungs- und Burschenprüfung mit Auszeichnung bestanden hat.

Ingenieur-Verbindung HILDBURGIA e.V. Coburg